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how to avoid the unavoidable

Was ist das Unvermeidbare?

Die meisten Menschen assoziieren mit unvermeidlich etwas Negatives – aber nicht alle.

Erfolg kann unvermeidbar sein, wenn…

Liebe kann unvermeidbar sein, wenn…

glücklich sein, kann …

Woran denken wir überhaupt, wenn wir „das Unvermeidliche“ meinen?

Tatsächlich sind positive Denkmuster dabei die Ausnahme, denn die Evolution hat uns beigebracht mehr auf Gefahren zu achten, als auf die Zuversicht. Naheliegend, wenn der Säbelzahntiger nebenan wohnt.

Aber leben wir heute noch so? Zwar trifft uns Stress im Alltag wesentlich öfter als unsere Vorfahren, aber in der Regel auf einer anderen Bedürfnisebene. „Existentiell“ oder „lebensbedrohlich“ ist in unserem Kulturkreis keine zu erwartende Definition mehr, denn der Tod oder der reale Existenzverlust kommt nur als Ausnahme tatsächlich in unsere unmittelbare Realität.

Unvermeidbar ist nicht immer gleich

Eine Pandemie in diesem Ausmaß war statistisch absehbar – früher oder später. Es ist unvermeidbar, dass unsere gewohnten Wirtschaftssysteme sich verändern werden. Produktions-, Liefer- und Leistungsketten werden verlagert, verschwinden, entstehen neu.

Was also ist für uns wirklich unvermeidlich?

Covid19 treibt uns vor sich her – und mit ihr die Bilder all dessen, was es zu vermeiden gilt. Tod, Einsamkeit, Ruin, wirtschaftlicher Zusammenbruch, … kurz: eine Totalumstellung unserer Welt bzw. wie wir mit unsere Welt umgehen wollen. Mit Abstand betrachtet, ist es ja genau das, was wir brauchen, denn ein Fortsetzen des Bekannten und Etablieren führt uns in den unvermeidbaren Niedergang. Der Welterschöpfungstag, also der Punkt, an dem die jährlichen Reserven dieser Welt durch die Menschheit aufgebraucht sind, liegt bereits in der 2.Hälfte des Jahres.

Es stellt sich nun die Frage: was ist unvermeidbarer? Das Beibehalten der gewohnten globalen Systeme – also unser Ende, oder die tatsächliche totale Veränderung und damit unser Fortbestehen?

Nun, unbestritten unvermeidbar… ist das eigene Sterben… und ist auch das Ende dieser Welt. Letzteres in einer hoffentlich deutlich entfernteren Zeitspanne.

Was Menschen als unvermeidbar fürchten, ist tatsächlich eine höchst relative Angelegenheit, denn den Menschen interessiert und bewegt eben nur das Ausmaß seiner persönlichen und unmittelbaren Betroffenheit, denn nur hier nimmt er mit entsprechend emotionaler Dringlichkeit wahr: die sehr reale Unvermeidbarkeit der baldigen Erschöpfung unserer Weltreserven ist omnipräsent, aber paradoxerweise individuell außer Reichweite.

Und wer von Covid 19 nicht unmittelbar betroffen ist, der fühlt sich von den wirtschaftlichen und persönlichen Einschränkungen bald genervt. Der Rest geht auf die Barrikaden ob des egoistischen Unverständnisses der kapitalistischen Nichthumanisten.

Fragen wir beide Lager nach ihrer Definition des Unvermeidlichen, werden wir keine Gemeinsamkeiten finden. Wo keine Gemeinsamkeiten, da auch keine Lösung, selbst ein Kompromiss scheint unwahrscheinlich.

Hier stehen wir also wieder vor Unvermeidlichkeit, und sie trifft uns alle. Als Faktum, wie auch als Auswirkung.

Wo können wir also den Faden greifen, wie finden wir den Schlüssel für eine Zukunft?

 Wenn es ums Überleben geht, ist nicht der Weg das Ziel

Eine mögliche Antwort ist erfrischender Weise auch sehr einfach und wird schon seit der Antike gelehrt: Lenken wir unsere Aufmerksamkeit weniger auf das Problem, sondern mehr auf die Lösung! Schließlich muss ja nicht der Weg das Ziel sein, wenn es ums Überleben geht. Das bedingt natürlich ein elaboriertes Maß an Respekt und Selbstdisziplin im Umgang mit dem Diversen, dem Andersdenkenden, – artigen, dem Anderswollenden. Wo finden wir das? Wie erschaffen wir das? An unseren Schulen wird das nicht gelehrt, … aber hier schrammen wir an einem weiteren heißen Eisen unserer Zukunftsschmiede.

Wenn also nicht an den Schulen, dann… kann es wohl nur im Menschen selber sein. Das war eine gute Nachricht! Nur für den Fall, dass Sie es nicht sehen: Systeme zu ändern ist extrem komplex und fehleranfällig. Der Mensch aber, kann sich selber ändern, immer und autonom. Kein Warten auf Zustimmung, keine Abhängigkeit von Gremien, oder Investoren. Kein Verwässern der Absicht aufgrund von Interessenskonflikten. Ein in sich geschlossenes System an Werten, Wünschen und Fähigkeiten. OK, letzteres ist möglicherweise keine ganz so gute Nachricht. Jedoch: „Sie können geholfen werden!“ Fähigkeiten sind entwickelbar und jeder kann sich dazu entscheiden.

Dieses Plädoyer spielt uns (den Coaches, Persönlichkeits- und Unternehmenskulturentwicklern, den sozial Engagierten und den Lehrenden) in die Hände. Und hier liegt das Problem: wer will denn noch mit uns / an sich arbeiten? Die „Alten“ haben es satt, oder sind satt, und die Generation Y bis nullbockaufgarnichts hat nicht Unrecht, wenn sie meint, von denen, die diese Welt so gemacht haben, wollen sie sich nichts mehr sagen lassen. 

If you cannot do great things, do small things, but in a great way

Also versuchen wir eine andere Antwort:

Wenn ich nicht vermeiden kann, was kommen wird, wieso soll ich dann sinnlos in einen Ausweg investieren? Besser ich entziehe mich, lasse los, richte meinen Blick nicht mehr auf die Schlange, sondern mache mir das Leben schön (auch wenn, und grad weil, es nur mehr kurz währt). Damit vollziehe ich einen „Systembruch“, mache Schluss mit einer Erwartungshaltung, die uns gefesselt hielt. Ich ändere mein Verhalten und bediene ein System, das vor positiven Impulsen nur so pulsiert. Damit ist nicht blanker Egoismus gemeint (das wäre ja kein Systembruch), sondern ein Blick über den Tellerrand, die Hand, die dem Feind Gutes tut, die Vergebung, die Güte, die Nachsicht und das Geben.

Bevor Sie jetzt an esoterische Attacken meinerseits glauben, sehen Sie sich die Weltreligionen an. Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, Hinduisten, indianische Glaubensrichtungen und der Glauben der Naturvölker, sie alle haben zumindest eine große Gemeinsamkeit: eine übergeordnete Weisheit, die das Gute wahrt und in der die Menschheit / Gesellschaft in friedlicher, gedeihlicher Form miteinander existiert. Wobei „das Miteinander“ in der Regel einem weit größeren Gedanken folgt, als nur dem des menschlichen.

Die Intuitiven und die Analytiker unter den Lesern, sind jetzt wahrscheinlich schon an dem Punkt zu denken: beide Antworten klingen ähnlich. Ja! Und was sagt uns das: egal wie, das Unvermeidbare auf dieser Welt ist letztendlich eine notwendige und wiederkehrende Chance, aus dem Menschen wieder einen Menschen zu machen.

Wozu also vermeiden? Oder anders gesagt: Vermeiden wir das Unvermeidliche, indem wir ihm den Schatten nehmen und Licht auf diese Chance werfen.

In diesem Sinne sollten wir viele, sehr viele Verbündete haben. Und jeder davon kann verändern: im Kleinen, oder im Großen, es braucht beides.

DI Johanna Macher-Kramberger

Unternehmensberaterin, Coach, Architektin und Dale Carnegie Trainerin

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